Galerie Harmstorf - Maritime und zeitgenössische Malerei - Kunst und Einrahmungen

John Henry Mohrmann

Geboren: 16. Dezember 1857 in Estebrügge

Gestorben: 22. Februar 1916 in Bloomsbury (Kanada)

John Henry Mohrmann war ein Amerikanisch-Belgisch-Kanadischer Maler, spezialisiert auf Schiffsportraits.

Geboren wurde er unter dem Namen Johann Hinrich Mohrmann in Estebrügge nahe Hannover als Sohn von Henry Mohrmann und Anna Meyer. Als er zwei Jahre alt war emigrierte die Familie nach San Francisco. Sein Vater war Magistrat in Oakland. Seine Mutter starb als er zehn Jahre alt war. Am 7. Mai 1886 heiratete er Juana Meyer aus Fray Bentos in Uruguay. Zwischen 1888 und 1908 bekamen sie gemeinsam sieben Kinder.

Mohrmann war ein wenig sesshafter Seemann, der es verstand, eine Marinekarriere mit künstlerischem Talent zu verbinden. Die Kombination aus maritimem und künstlerischem Wissen machte ihn zu einem der großen Schiffsportraitisten, der im Auftrag von Schiffseignern, Kapitänen, Schiffsbauern und Seeverkehrsunternehmen Portraits von echten Schiffen malte.

Mohrmann wuchs durch die Schiffe im Hafen von San Francisco mit Kontakt zum Meer auf. Im Jahr 1870 lief er von zu Hause fort und heuerte auf einem Segelschiff als Kabinenjunge an. Er fuhr 18 Jahre lang zur See und malte nebenbei. Außerdem war er ein eifriger Leser und sprach schließlich sechs Sprachen.

Gemeinsam mit einem italienischen Freund verbrachte er ein Jahr in Kassel. Dort lernten sie den Beruf des Bühnenmalers und schufen Wandmalereien in einer Kirche. Auch in Großbritannien arbeiteten sie gemeinsam als Restauratoren von Gemälden. Als das Geld knapp wurde entschied sich Mohrmann aber wieder für das Leben als Seemann.

1883 lebte Mohrmann in Ekeren, danach im Zentrum von Antwerpen, zog aber bald in die Nähe des Hafens. Dort muss er eine weitere künstlerische Ausbildung erhalten haben, da er sich ein Atelier einrichtete und unter anderem Portraitierung, Landschaftsmalerei, Bühnenbildmalerei und Schiffsportraitierung übte. Tatsächlich ist nur ein von ihm gemaltes Portrait bekannt, ein Selbstportrait von 1885, das er für seine Schwiegereltern in Uruguay anfertigte, um ihnen zu zeigen, dass er mit der Malerei für seine zukünftige Frau sorgen könne. Auch nach seiner Heirat in Südamerika 1886 kam er wieder nach Antwerpen zurück. 1901 ließ sich schließlich in seiner "Villa Juana" in Hoboken nieder.

Er malte zwar auch zahlreiche Landschaften, aber es sind seine Schiffsportraits, die von seinem Publikum am meisten geschätzt werden. Er selbst erkannte diesen keinen großen künstlerischen Wert zu, aber sie garantierten ihm ein gutes Einkommen. Der Detailreichtum eines Gemäldes hing stets davon ab, wieviel der Auftraggeber zu bezahlen bereit war. Die Zahl seiner Bilder könnte viel größer sein, doch er begann nur ein neues Bild zu malen, wenn er Lust dazu hatte oder das Geld gerade knapp war.

In Bezug auf Geld und Schulden war er nicht schüchtern, ausgelassen im Umgang mit potentiellen Kunden, gemütlich und ein guter Familienvater. Er sprach viele Sprachen und war als Portraitmaler ein Autodidakt. Seit 1888 war er Mitglied der Freimaurerloge "A.L. Elèves de Thémis".

Im Frühjahr 1913, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, zog er mit seiner Familie nach Barrhead, Alberta in Kanada. Seine beiden ältesten Söhne waren schon ein Jahr zuvor vorausgegangen, um die Ankunft der Familie vorzubereiten. Als er ankam, war das Haus noch nicht gebaut. Das Leben war hart und die Familie litt unter ständigem Geldmangel. Bald bedauerte er diesen Schritt und suchte nach Arbeit, auch in Minnesota in den USA. Die harte Arbeit und das raue Klima wirkten sich negativ auf seine Gesundheit aus. Er fertigte ein paar Gemälde an, fand aber kein Publikum für sie. Er starb in seinem Haus in Bloomsbury am 22. Februar 1916 an einer Lungenentzündung und einem geschwächten Herz, voller Sehnsucht nach seinem früheren Leben in Antwerpen.

Seine größten Verdienste erwarb sich Mohrmann als Schiffsportraitist. Der Großteil seiner produktivsten Werke stammt aus der Zeit nach 1890, sein erstes Werk datiert aber aus dem Jahr 1885: das Selbstportrait. Ende 2013 waren insgesamt mehr als 470 Werke von ihm bekannt. Etwa 32 sind in Familienbesitz, mehr als 120 in verschiedenen (maritimen) Museen, einige im Besitz von Händlern und der Rest in Privatbesitz. In Deutschland finden sich einige Gemälde in der Werder-Collection, in der Sammlung von Prof. T. Siersdorfer in Essen (8 Stück) und in (ehemaligen) Reedereien, unter anderem in der Sloman Neptun-Schiffahrts AG in Bremen (5 Stück) und in der ehemaligen A. Kirsten-Reederei in Hamburg. In Belgien sind 13 Gemälde im Besitz der Compagnie Maritime Belge. Seine Bilder werden nach wie vor regelmäßig auf Auktionen verkauft, vor allem in Deutschland und Belgien.

In Antwerpen erhielt Mohrmann Aufträge von Kapitänen und anderen Personen aus dem maritimen Umfeld fast aller seefahrenden Nationen, die die Stadt an der Schelde besuchten. Mohrmann verwendete die Fotografie als Werkzeug für seine Arbeit. Zusammen mit Jacobsen, Semple und vielen anderen gehört Mohrmann zu den besten Schiffsportraitisten, die in Öltechnik malten. Mit ihm erreichte diese Seemannstradition einen letzten Höhepunkt in Antwerpen. Nach ihm wurde diese Aufgabe von der Fotografie übernommen. Zweifellos haben Mohrmanns sorgfältig gemalte Bilder einen unschätzbaren marinehistorischen Wert. Die meisten seiner Bilder haben eine Größe von 60x100 cm und erzielen auf aktuellen Auktionen hohe Preise.

Dieser Text basiert auf dem niederländischen Artikel → John-Henry_Mohrmann der freien Enzyklopädie → Wikipedia. Er ist verfügbar unter den Bedingungen der freien → Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported Lizenz. Eine Liste der Autoren kann bei → Wikipedia eingesehen werden.

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