Galerie Harmstorf - Maritime und zeitgenössische Malerei - Kunst und Einrahmungen

Hanno Edelmann

Geboren: November 1923 in Hamburg

Gestorben: 13. Juli 2013 in Hamburg

Wirtschaftlich schwierige Jahre sowie Repressalien als Folge des gewerkschaftlichen Engagements des Vaters prägten die erste Zeit. Während sich die politische Situation verschärfte und der Krieg immer unausweichlicher wurde, entdeckte Hanno Edelmann in einer Art Gegenwelt jedoch seine musischen und künstlerischen Talente. Geigenstunden und Abendkurse an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) eröffneten dem jungen Mann völlig neue Welten und verfestigten seinen Wunsch Maler zu werden, den er auch während einiger Stationen in "ordentlichen Berufen" nicht aufgab.

Früh zeichnete sich seine Vorliebe für den Menschen als zentrales Objekt ab. Der Krieg machte endgültig Schluss mit der Unschuld der Kindheit: der 17-jährige wurde eingezogen und zur Funkerausbildung nach Frankreich geschickt. Auch hier malte er in jeder freien Minute die ihn umgebenden Menschen in allen möglichen Alltagssituationen.

1943 wurde er an die Ostfront versetzt und von der Roten Armee gefangengenommen. Vier entbehrungsreiche Jahre Gefangenschaft in einem sibirischen Lager folgten. Doch selbst hier fand er die Möglichkeit, sich Zeichenmaterial zu beschaffen und Zeit mit Portraits und Studien über Miteinsassen und Aufseher zu verbringen.

Zurück in Hamburg begann der nunmehr 25-jährige ein Studium an der HBK. Hier lernte er die Kunststudentin Erika Estag kennen, die er 1953 heiratete. Auch die Nachkriegszeit war für die Familie eine Zeit der Entbehrung, umso mehr, als berufliche Zugeständnisse nie in Frage kamen. Die Geburt der beiden Söhne, Auslandsreisen nach Spanien und Griechenland bezeichnen entscheidende Einschnitte im Leben der Beiden. Finanzielles Rückgrat bildeten Buchillustrationen und eine Reihe von Aufträgen für die Gestaltung von Kirchenfenstern, so die der Martin Luther Kirche in Hamburg.

Trotz der materiellen Schwierigkeiten stellte sich für den Maler und seine Frau, ähnlich wie für Sohn Michael später, nie die Frage, ob er Künstler sein wolle. Im Gegenteil, ohne die Malerei, ja ohne einen Tag an der Staffelei, konnte Hanno Edelmann nicht existieren. Leidenschaftlich, fast manisch, malte, aquarellierte, lithographierte und bildhauerte er, ungeachtet der Tatsache, dass er schon über 80 Jahre alt war. Ob durch die Kindheits- oder die Kriegserfahrungen - sein zentrales Thema war der Mensch, seine Technik die gegenständlich-figürliche Malerei, an der er von Anfang an und auch während des "Abstraktionswahns" der fünfziger und sechziger Jahre immer festhielt.

Hanno Edelmann - ein kompromissloser und leidenschaftlicher Künstler, wie es ihn heute noch selten gibt.

Weitere Informationen über ihn finden Sie auch auf seiner Website www.hannoedelmann.de.

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